Pollen – Zeugen der Vergangenheit

Die Geschich­te der Vege­ta­ti­on hier am Bre­li­n­ger Berg läßt sich wun­der­bar mit der Pol­len­ana­ly­se erzäh­len. Die win­zig klei­nen Bestand­tei­le des Blü­ten­staubs wer­den von jeder Pflan­ze zur Fort­pflan­zung ver­teilt. Die Suche nach Ihnen lohnt sich, bringst Du sie zum Reden, erzäh­len sie dir die gan­ze Geschich­te der Vege­ta­ti­on über vie­le tau­sen­de von Jah­ren.

Pollen sind der Fingerabdruck der Pflanzen

Eine grün gefärbte Blütenpolle mit Igelartigen Stacheln

Der Blü­ten­staub der Pflan­zen, den sie zur Fort­pflan­zung breit ver­streu­en, heißt Pol­len. Die Pol­len­kör­ner sind so klein und leicht, dass Insek­ten, Vögel und natür­lich der Wind sie weit ver­streu­en. Die Pol­len jeder Pflan­ze sehen anders aus und über lan­ge Zeit­räu­me halt­bar und sind des­halb für die For­schung so inter­es­sant. Die bun­ten Pol­len die Du hier siehst sind um das 500fache ver­grö­ßert.

Pflanzen hinterlassen massenhaft Spuren

Eine gelb gefärbte Blütenpolle

Was hier fast so aus­sieht wie ein Wald­brand sind die Pol­len von Fich­ten, die der Wind auf­wir­belt. Die Pol­len die­ser Nadel­bäu­me sind sehr groß (60–120 µm) und wer­den gleich­zei­tig und in rie­si­gen Men­gen frei­ge­setzt. Des­halb sind sie so gut zu sehen.

Ein grauer Holzsteg erstreckt sich über eine mit niedrigem gestrüpp und hohem Gras bewachsene Fläche, die von hohen gNadelbäumen gesäumt ist. Darüber spannt sich ein wolkenloser Himmel.

In Mooren halten sich
Pollen besonders gut

Gleich um die Ecke, im Res­ser oder im Bis­sen­dor­fer Moor, könn­test Du auf Pol­len­su­che gehen. In den tie­fen Schich­ten eines Moo­res hal­ten sich die Pol­len beson­ders gut, weil sie luft­dicht ein­ge­schlos­sen sind und des­halb nicht ver­rot­ten.

Alter bestimmen und zählen, so geben Pollen ihr Geheimnis preis

Das ist ein Pol­len­dia­gramm. Auf der Y‑Achse wird das Alter der Pro­be ein­ge­tra­gen, auf der X‑Achse die Men­ge der gezähl­ten Pol­len. Dann siehst du in wel­chen Jah­ren bestimm­te Pflan­zen beson­ders häu­fig ver­tre­ten sind. Wann sie sich ver­brei­ten und wann sie ver­schwin­den. Aus der Ver­brei­tung der Pol­len, kann man auch die die Ent­wick­lung des Kli­mas schlie­ßen und natür­lich auch den Ein­fluß des Men­schen ablei­ten.  

So kannst du Pollen selber erforschen

Hast du mal davon geträumt wissenschaftlich zu arbeiten?

Nein. Das wäre nix für mich.

Geträumt schon, aber ich habe was anders gemacht.

Ich brauch nicht träu­men. Ich bin Wissenschaftler:in.