Fernrohrsteine

Das Inland­eis, das den Weg in die Wede­mark gefun­den hat, kommt aus ganz ver­schie­de­nen Regio­nen Skan­di­na­vi­ens. Dabei hat es Stei­ne von ver­schie­de­nen Orten mit­ge­bracht. Die­se Stei­ne nennt man auch Find­lin­ge. Wir haben Fern­rohr­stei­ne aus Ihnen gemacht, die dir sagen woher sie kom­men. Auf der Kar­te zeich­nen wir den Weg für dich nach.

Woher kommen unsere Findlinge?

Tip­pe auf die Mar­ker in der Kar­te und ler­ne die Her­kunfts­or­te unse­rer Fern­rohr­stei­ne ken­nen.

Oslo

Prä­gend für geo­lo­gi­sche Geschich­te ist der Oslo­gra­ben. Ein geo­lo­gi­scher Gra­ben in der Erd­krus­te nahe der nor­we­gi­schen Haupt­stadt.
Die Gra­ben­bil­dung beginnt im spä­ten Kar­bon, von ca. 300 Mio. Jah­ren. Im Perm sank die Land­schaft ab und wur­de von vul­ka­ni­schen Gestei­nen geformt. Das kön­nen kom­pak­te, har­te Basalte sein, oder Gestei­ne mit gro­ßen gut sicht­ba­ren Kris­tall-Ein­schlüs­sen, wie zum Bei­spiel Rhom­ben­por­phy­ren.

Små­land

Små heißt klein. Små­land ver­bin­det vie­le kei­ne Pro­vin­zen Schwe­dens zu einer Ein­heit. Små­land liegt in Süd­schwe­den zwi­schen Mal­mö und Stock­holm.
Wie in ganz Schwe­dens fin­den sich hier sehr alte, aber ganz unter­schied­li­che Gestei­ne in enger Nach­bar­schaft. – Meta­mor­phi­te, Gra­ni­te und Vul­ka­ni­te. Die­se räum­li­che Nähe der unter­schied­li­chen Gestei­ne zeigt, wie stark das schwe­di­sche Grund­ge­bir­ge von den endo­ge­nen Kräf­ten der Erde geformt wur­de.

Stock­holm

Die Haupt­stadt Schwe­dens liegt, wie das gan­ze Land auf einem, von den Flu­ten von Ost- und Nord­see umspiel­ten kris­tal­li­nen Deck­ge­bir­ge, das sich seit dem Ende der Eis­zeit lang­sam hebt, weil das Inland­eis abge­schmol­zen ist und das Gewicht fehlt.

Åland­in­seln

Die Insel­grup­pe besteht aus über 6700 Inseln und Schä­ren. Die Haupt­in­sel Fas­ta Åland ist 40 km von der schwe­di­schen und 100 km von der fin­ni­schen Küs­te ent­fernt. Die Inseln Ålands bestehen zum größ­ten Teil aus meta­mor­phen und mag­ma­ti­schen Gestei­nen, die oft als Fels zum Vor­schein tre­ten. Bekannt bei Geo­lo­gen ist der auf den Inseln vor­kom­men­de röt­li­che Gra­nit Rapa­ki­wi, der häu­fig in Bre­li­n­gen und Nord­deutsch­land gefun­den wird.

Wimpernschläge und Superzyklen. Dimensionen der Klimageschichte

10.000 Jah­re brauch­te das Inland­eis für den Weg von Skan­di­na­vi­en nach Bre­li­n­gen. Das sind 27 Zen­ti­me­ter pro Tag. Und etwa genau­so lan­ge brauch­te das Eis zum Abschmel­zen. Das sind 20.000 Jah­re. In der Kli­ma­ge­schich­te der Erde ist das nicht ein­mal ein Wim­pern­schlag. Hän­gen wir die Mess­lat­te ein­mal höher und den­ken in Mil­lio­nen von Jah­ren: In Super­zy­klen.

Wir leben heute in einem Eishaus

Immer dann, wenn bei­de Pol­kap­pen der Erde zuge­fro­ren sind, spre­chen Kli­ma­for­scher von einer Eis­haus Pha­se. Betrach­ten wir den Tem­pe­ra­tur­ver­lauf der Erde in Super­zy­klen über die letz­ten 600 Mil­lio­nen Jah­re, dann seht ihr das sich Eis­haus- und Treib­haus­pha­sen in einem Zyklus von rund 150 Mil­lio­nen Jah­ren abwech­seln.

Die heu­ti­ge Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur von rund +14 Grad ist kli­ma­ge­schicht­lich eher sel­ten, die über­wie­gen­de Zeit war das Kli­ma eher einem Treib­haus ähn­lich, mit ver­gleichs­wei­se kur­zen Erfri­schungs­pha­sen von weni­gen Mil­lio­nen Jah­ren. Der heu­ti­ge küh­le Zyklus begann vor 40 – 35 Mil­lio­nen Jah­ren, als sich das Eis­schild der Ant­ark­tis bil­de­te.

Gründe für die Superzyklen sind die Bewegungen der Erde,

weil sich die Erde um sich selbst und die Son­ne dreht, und weil sie das auch noch sehr unre­gel­mä­ßig tut. Eigent­lich eiert sIe um die Son­ne, mal näher mal fer­ner, sie ist mal stär­ker gekippt, mal weni­ger. Die­se Ver­än­de­run­gen gesche­hen in sehr unter­schied­lich lan­gen Zyklen.

Das hat Aus­wir­kun­gen auf die Son­nen­ein­strah­lung und des­halb gehen Kli­ma­for­scher davon aus, dass sich seit Mil­lio­nen von Jah­ren Kalt- und Warm­zei­ten auf der Erde in extrem lan­gen Zyklen abwech­seln. Wir wer­den maxi­mal 100 Jah­re alt und erle­ben nur die kurz­fris­ti­gen Zyklen: Tag, Nacht, Win­ter, Som­mer. Alles Wei­te­re ist kaum vor­stell­bar.

Das sind die Rotationszyklen der Erde und alle beeinflussen unser Klima

Erdrotation

1 Tag = 23 std. 56 min, 4,1 sek

Die Erde dreht sich jeden Tag ein­mal um sich selbst. Die­ser Rhyth­mus sorgt für Tag und Nacht. Weil die Erd­ach­se geneigt ist, dau­ert ein Tag am Pol 6 Mona­te, und eine Nacht genau­so lang. Am Äqua­tor sind Tag und Nacht eben­falls gleich lang. Sie dau­ern hier aber nur jeweils 12 Stun­den.  

Rotation um die Sonne

365 Tage, 5 std., 48 min und 46 sek

braucht die Erde, um ein­mal um die Son­ne zu krei­sen. Weil die Erde geneigt ist wird die Erd­ober­flä­che beim Umlauf in unter­schied­li­chen Win­keln von den Son­nen­strah­len getrof­fen. Dadurch ent­ste­hen die Jah­res­zei­ten.

Präzession

Alle 25.000 Jahre

Die Prä­zes­si­on (a) beschreibt die rela­ti­ve Posi­ti­on der Erd­ro­ta­ti­ons­ach­se um die Son­ne. Ein­fach aus­ge­drückt: wie schräg oder gera­de die Erde die Son­ne umkreist.

Erdschiefe

Alle 41.000 Jahre

Die Schie­fe der Erd­ach­se stammt wohl aus der Ent­ste­hungs­zeit des Pla­ne­ten. Eine Theo­rie besagt, dass der Mond vor etwa 4,5 Mil­li­ar­den Jah­ren mit der Erde kol­li­dier­te, Seit­dem „pen­delt“ die Ach­se der Erde zwi­schen einer Schie­fe von 22,1° und 24,5°. Aktu­ell liegt sie bei 23,5°.

Exzentrizität

Alle 100.000 Jahre

Die Exzen­tri­zi­tät beschreibt die Form der Umlauf­bahn um die Son­ne. Mal ist die Umlauf­bahn der Erde kreis­för­mig, das bedeu­tet wenig Son­nen­ein­strah­lung, mal ist die Umlauf­bahn ellip­tisch, das bedeu­tet viel Son­nen­ein­strah­lung. Ver­ein­facht: eine Ellip­se ist eine Warm­zeit und ein Kreis eine Kalt­zeit. Momen­tan wird die Umlauf­bahn der Erde kreis­för­mi­ger und unser Pla­net auf dem Weg in eine Eis­zeit.

„Stellt man alle drei Para­me­ter in einen Zusam­men­hang, bewe­gen wir uns aktu­ell auf eine astro­no­misch begrün­de­te Eis­zeit zu. Kuri­os, oder?“

Jetzt stel­len wir die lang­fris­ti­gen Rota­ti­ons­zy­klen in einen Zusam­men­hang mit der Tem­pe­ra­tur. Und sie­he da, es gibt Über­ein­stim­mun­gen. Aber Vor­her­sa­gen sind schwie­rig. Denn, es sind nicht die ein­zi­gen Grün­de, die die Tem­pe­ra­tur beein­flus­sen. Das zeigt unter ande­rem die Son­nen­eintrah­lung, die seit 1980 zurück­geht. Aber trotz­dem steigt welt­weit die Tem­pe­ra­tur der Erde. 

Wie stark ist die Erdachse aktuell geneigt?

45,5°

17,5°

23,5° wäre die rich­ti­ge Ant­wort gewe­sen