Forst oder Wald
Vor 10.500 Jahren, also 8.500 v. Chr., kurz nach der letzten, nach dem Fluss Weichsel benannten, Kaltzeit, war das eiszeitliche Großwild (Mammut etc.) ausgestorben. Der Mensch hatte seine Jagdwerkzeuge verfeinert und ging auf Jagd nach Hirschen, Rehen, Auerochsen, Wildschweinen und Fischen. Langsam begann der Mensch sich von seinem Dasein als Jäger und Sammler zu verabschieden und sesshaft zu werden.
Feuer machen, kochen und braten konnte er schon, jetzt begann der Ackerbau. Um Landwirtschaft zu betreiben, musste der Wald weichen und der Mensch begann auch am Brelinger Berg mit der Gestaltung seiner Kulturlandschaft.
Holozän heißt die Zeit globaler Erwärmung seit Ende der letzten Eiszeit, die bis heute anhält und durch den Menschen deutlich beschleunigt wird. Wir starten unsere Reise mit dem Rückzug des Inlandeises der Weichsel-Kaltzeit, als sich aus der eiszeitlichen Moränenlandschaft langsam eine grasbewachsen Tundra entwickelte. Ein offenes Jagdrevier für den Menschen.
Wie hat sich der Wald am Brelinger Berg entwickelt?
10.500 v. Chr.
Sand, Kies und Geröll
Ende der letzten Kaltzeit.
Die Gletscher tauen ab.
Der Permafrostboden taut.
Schmelzwasser fliest, zwischen Bergen aus Sand und Geröll.
Rinnen bilden und schließen sich wieder. Langsam wächst Gras drüber.
9.000 — 8.500 v. Chr.
Grasland, Kiefer, Birke
Gras und niedriges Buschwerk wachsen.
Wisente ziehen vorbei.
Der Mensch ist dabei, sesshaft zu werden.
Kiefern und Birkenwälder breiten sich aus.
7.000 — 5.000 v. Chr.
Eiche, Ulme, Linde, Esche
Es ist wärmer als heute.
Es regnet mehr.
Kiefern und Birken werden verdrängt.
5.000 — 2.500 v. Chr.
Eiche, Ulme, Linde, Esche
Es ist kühler geworden.
Der Mensch rodet den Wald.
Der Ackerbau laugt die Böden aus.
Die Buche breitet sich auf den Brachen aus.
2.500 — 1.000 v. Chr.
Buche
Der Mensch wird immer aktiver.
Weidevieh verbeißt die Bäume, besonders die Ulme.
Der eiserne Pflug vergrößert die Ackerflächen.
Der Wald wird zum Niederwald.
Die Buche verschwindet, die Hainbuche kommt.
Heidekraut breitet sich zugunsten der Wälder aus.
1.000 v.Chr.- 1.800 n.Chr.
Acker, Weideland, Heide
Die Bevölkerung wächst.
Ackerbau und Viehzucht setzen sich durch.
Städte wachsen und die industrielle Revolution beginnt.
Der Mensch prägt die Landschaft massiv.
Der Wald ist nahezu verschwunden.
Ab Mitte des 18. Jh.
Kahlschlag und Aufforstung
Die Wedemark ist unbewaldet.
Wenn überhaupt, erhalten die Machthaber Wälder zur Jagd.
Die Aufforstung am Brelinger Berg beginnt mit Fichten, Kiefern und Eichen. Etwas anderes ist auf dem Berg nicht möglich.
Heute
Wohin entwickelt sich der Wald auf dem Brelinger Berg. Dr. Kerstin Athen, die Besucher seit 2009 über den Geoerlebnispfad führt, kennt den Wald und den Förster gut und berichtet.