Vegetationsbeobachtung

Seit vie­len Jahr­hun­der­ten formt der Mensch die Land­schaft des Bre­li­n­ger Ber­ges. Seit dem 19. Jahr­hun­dert ist hier ein Wald ent­stan­den, in dem die Kie­fer domi­niert. Sie bringt zuver­läs­sig, Jahr um Jahr, sta­bi­le Erträ­ge. Sie hat eine kur­ze Umtriebs­zeit: Das bedeu­tet, sie wächst schnell und kann früh geschla­gen wer­den.

Der aktu­el­le Kli­ma­wan­del, mit lan­gen Tro­cken­pe­ri­oden macht der flach wur­zeln­den Kie­fer nun den Gar­aus. Das Ziel sind jetzt wider­stands­fä­hi­ge Misch­wäl­der aus Laub- und Nadel­bäu­men, die extre­me Wet­ter­si­tua­tio­nen bes­ser über­ste­hen und nach­hal­tig Erträ­ge lie­fern. Auch hier am Bre­li­n­ger Berg. 

Wer spielt welche Rolle im großen Spiel des Waldes?

Der Wald auf dem Bre­li­n­ger Berg ist größ­ten­teils in Pri­vat­be­sitz. Wie­der auf­ge­fors­tet im 19. Jahr­hun­dert ging es den Besit­zern damals dar­um, auf dem kar­gen Boden einen siche­ren Ertrag zu erzie­len. Nach und nach soll hier heu­te ein natur­na­her Wald ent­ste­hen, in dem eine gesun­de Durch­mi­schung der Arten den Erhalt des Wal­des über Gene­ra­tio­nen absi­chert.

Wel­che Eigen­schaf­ten haben die Baum­sor­ten, die hier vor Ort wach­sen und die im Zusam­men­spiel den Wald­be­stand sicher stel­len?

Die Pfei­le in der Gra­fik füh­ren euch zu Eiche, Buche und Co.

Warum ist die Kiefer beim Förster so beliebt?

Weil sie so schnell und zuver­läs­sig Erträ­ge bringt. Wäre die rich­ti­ge Ant­wort gewe­sen

Weil die Qua­li­tät des Hol­zes so gut ist.

Kiefer

Die Waldkiefer ist von Spanien und Nordafrika, über ganz Europa bis zur polaren Waldgrenze, von Westeuropa über Osteuropa, sowie weiter ostwärts über Sibirien bis Ostasien und über das nördliche Kleinasien verbreitet.

Die Waldkiefer hat am Gesamtwaldbestand einen Anteil von rund 24% und ist somit die am zweithäufigsten anzutreffende Baumart in Deutschland, nach der Fichte. Im letzten Jahrhundert wurde die Kiefer wegen ihrer Standorttoleranz auf den nährstoffarmen Sandböden Nord-, Süd- und Ostdeutschlands großflächig angepflanzt. Die Umtriebszeit, also der Zeitpunkt von der Pflanzung bis zum Einschlag ist bei der Kiefer sehr kurz.

Höhe: Bis zu 40 Metern

Alter: je nach Standort bis 500 Jahre

Umtriebszeit: 80-140 Jahre

Pfahlwurzler

Buche

Unter natürlichen Bedingungen wäre ganz Deutschland – mit wenigen Ausnahmen - mit Buchen, oder Buchenmischwäldern bedeckt. Heute hat diese Baumart nur noch einen Anteil von 16 Prozent an der Gesamtwaldfläche, der aber zunimmt. Die Umtriebszeit, also der Zeitpunkt von der Pflanzung bis zum Einschlag ist 40 Jahre länger als bei der Fichte.

End-Baumhöhe: 35 Meter

Natürliches Höchstalter: je nach Standort bis 300 Jahre

Umtriebszeit: 120-160 Jahre

Herzwurzler

Eiche

Im Zuge des Klimawandels werden Eichen für unsere Wälder immer wichtiger. Sie sind relativ trockenheitsresistent und liefern ein wertvolles Holz. Allerdings ist die Umtriebszeit, also der Zeitpunkt von der Pflanzung bis zum Einschlag sehr lang. Die Stieleiche ist in ganz Europa verbreitet, von den Britischen Inseln über Südskandinavien bis nach Italien, Nordspanien und Nordgriechenland und vom Baltikum bis nach Russland.

End-Baumhöhe: 40 Meter

Natürliches Höchstalter: je nach Standort bis 800 Jahre

Umtriebszeit: 180-300 Jahre

Pfahlwurzler

Blaubeere

Blaubeere und Heidelbeere sind das dasselbe. Sie stammen aus der Familie der Heidekrautgewächse. Die in der Heidelbeere enthaltenen Anthocyane färben beim Verzehr Mund und Zähne blau bis rot. Sie wächst als Halbschattengewächs bevorzugt in sauren und nährstoffarmen Kiefernwäldern und bildet dort gleichmäßige Bodenteppiche aus.

Endhöhe: 1 Meter
Natürliches Höchstalter: je nach Standort bis zu 30 Jahrer

Ahorn

Der Bergahorn ist die am meisten verbreitete Ahornart in Deutschland. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Norddeutschen Tiefebene bis in die Zentralalpen auf 2000 m über N.N. Mit seinem Einbringen in Buchenbestände erhöht sich der Ertrag des Forstes. Die Umtriebszeit, also der Zeitpunkt von der Pflanzung bis zum Einschlag ist beim Ahorn länger als bei schnellwachsenden Kiefern oder Fichten.

End-Baumhöhe: 25 Meter
Natürliches Höchstalter: je nach Standort bis 150 Jahre

Umtriebszeit: 120-140 Jahre
Herzwurzler

Birke

Der Klimwandel setzt besonders den forstwirtschaftlich intensiv genutzten Nadelforsten zu. Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme und neue Waldkrankheiten lassen sie rasch absterben. Das ist die Chance für die Birke – sie ist eine schnell wachsende Pionierbaumart. Ideal geeignet, um Schadenflächen zu besiedeln. Deshalb wird sie als Klimawandel-Zukunftsbaumart gehandelt. Die Birke wächst besonders in den ersten Jahren ihres Lebens sehr schnell. An guten Standorten erreichen die Birken nach 10 Jahren 13 m Höhe, nach 20 Jahren 22 m und nach 30 Jahren schon 28 m. Das Wachstum lässt danach stark nach. Das rasche Höhenwachstum der Birke ist ein Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Baumarten, d.h., die Birke sorgt in den ersten rund 20 Jahren gleich selbst dafür, dass sie viel Platz hat.

Höhe: Bis zu 35 Metern

Alter: je nach Standort bis 120 Jahre

Umtriebszeit: 60 Jahre

Flachwurzler